Lithik

Lithische Artefakte sind eine der häufigsten Fundkategorien in Monjukli Depe. Mehr als 4000 Einzelstücke wurden bei den Ausgrabungen geborgen.

Eine Vielzahl lithischer Rohmaterialien konnte festgestellt werden. Die häufigsten sind ein sehr feiner durchscheinender Chalzedon, der wahrscheinlich aus Khorasan südlich des Kopet Dag stammt; sodann ein mittelfein gekörnter dunkelgrauer Schluffstein, der lokal erhältlich war. Eine Vielzahl von Silices mit einer Textur von fein bis mittel und Farben, die von buff bis orange, rot, braun, weiß und grau reichen, wurde wahrscheinlich von Plätzen außerhalb der unmittelbaren Region beschafft. Es wurden auch kleinere Mengen gröberer Materialien wie Sandstein zur Herstellung lithischer Werkzeuge verwendet.

 

Eine Ansammlung lithischer Werkzeugen, bestehend aus unterschiedlichen Rohmaterialien

Eine Ansammlung lithischer Werkzeugen, bestehend aus unterschiedlichen Rohmaterialien

Insbesondere Chalzedon und Schluffstein wurden auf sehr unterschiedliche Weise benutzt, was sich zunächst in der Größe der Abschläge und der Werkzeuge aus diesen Materialien zeigt. Während beispielsweise Chalzedon-Klingen selten länger als 3 cm sind, sind Schluffstein-Abschläge in der Regel sehr viel größer und schwerer.

Das Vorhandensein von erheblichen Mengen an Debitage zeugt von einer Bearbeitung der Kerne vor Ort. Sowohl Klingen- als auch Abschlagskerne wurden in den meisten der nachgewiesenen Rohmaterialien gefunden. Kernverjüngungsabschläge, Splitter, unbenutzte Abschläge und unterschiedliche Anteile an Kortex auf Debitage lassen den Schluss zu, dass viele Stufen der Herstellung lithischer Werkzeuge im Dorf stattfanden.

Bei weitem die Mehrheit der in Monjukli Depe geborgenen Werkzeuge sind retuschierte Abschläge und Klingen. Der geschlagene Rohling wurde kaum verändert, sondern einfache, flache Retuschen entlang einer oder mehrerer Kanten angebracht. Darüber hinaus identifizierten wir eine geringe Anzahl gezackter Klingen mit retuschierten Kerben nahe der Basis, die wahrscheinlich zur Anbringung von Griffen dienten. Sichelklingen, gekerbte oder gezackte Abschläge und Klingen sowie Bohrer wurden ebenfalls gefunden. Die überwiegende Mehrzahl der Werkzeuge bestand aus Chalzedon oder Silex. Obwohl relativ wenige Schluffsteinstücke zu Werkzeugen retuschiert wurden, zeugen Abschläge mit makroskopisch sichtbaren Gebrauchsspuren von der Verwendung der Schluffstein-Artefakte für verschiedene Aufgaben, bei denen ihre Kanten nicht verändert wurden.

Gebrauchsspuren-Analysen wurden von Dr. Melody Pope an einer kleinen Probe von Steinschlagwerkzeugen und Debitage durchgeführt. Diese Arbeit ergab, dass lithische Werkzeuge sowohl zur handwerklichen Produktion von Gegenständen als auch in Landwirtschaft und Herdenhaltung Verwendung fanden. Zu den nicht mit Subsistenz zusammenhängenden Funktionen gehörten das Bearbeiten von Knochen, das Perforieren und Abschaben von verarbeiteter Haut oder Fell sowie das Schneiden oder Zerkleinern holziger Pflanzen. Mit anderen Geräten wurden Getreide geerntet, Tiere geschlachtet und möglicherweise gejagt. Viele der untersuchten Werkzeuge hatten das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht, wie das große Ausmaß des Kantenverschleißes zeigt.

 

Für weiterführende Literatur siehe: Pollock et al. 2011.

 

Klingen hergestellt aus unterschiedlichem Rohmaterial. Einige weisen Kantenretuschen auf, andere zeigen nur minimale oder gar keine Anzeichen von Retusche.

Klingen hergestellt aus unterschiedlichem Rohmaterial. Einige weisen Kantenretuschen auf, andere zeigen nur minimale oder gar keine Anzeichen von Retusche.

Zwei Klingenkerne aus Chalzedon
Zwei Klingenkerne aus Chalzedon
Kernverjüngungsabschläge aus unterschiedlichem Rohmaterial. Sie zeugen von einer Bearbeitung von Feuerstein und Chalzedon in Monjukli Depe
Kernverjüngungsabschläge aus unterschiedlichem Rohmaterial. Sie zeugen von einer Bearbeitung von Feuerstein und Chalzedon in Monjukli Depe
Bohrer von unterschiedlicher Größe und Rohmaterial
Bohrer von unterschiedlicher Größe und Rohmaterial
Gestielte Klingen, hergestellt durch die Retusche eines kleinen Bereichs am proximalen Klingenende. All hier gezeigten Beispiele sind aus Chalzedon.
Gestielte Klingen, hergestellt durch die Retusche eines kleinen Bereichs am proximalen Klingenende. All hier gezeigten Beispiele sind aus Chalzedon.